Krankheit ist kein Problem, Krankheit ist nur der äußerliche Ausdruck einer tiefer liegenden Ursache. Und dafür können wir dankbar sein! Wie, Sie finden diese These provokant oder deplatziert? Nun, ich selbst habe mich jahrelang nach allen Möglichkeiten bemüht, meinen inneren Warnton zu ignorieren und zu lähmen. Gefühle und Empfindungen habe ich völlig unterdrückt und versteckt. Die Frage nach „Wie geht’s Dir?“ war eine Frage, die ich nie so recht beantworten konnte, weil ich gar nicht wusste, wie es dem Sebastian Depke tief im Herzen wirklich ging. Meine ehrliche Antwort wäre vielleicht gewesen „Ist das wichtig?“. Ich habe früh erfahren, dass Gefühle und Empfindungen in der Männerwelt, in der man hart und robust sein muss, fehl am Platze sind. Also habe ich sie versteckt und unterdrückt. Ja, ich war jung und wusste nicht, was ich tat, es war sowieso alles reflexartig und ich hätte damals nicht wirklich bewusst ausdrücken können, was ich dort warum wann wie getan habe.

„Hinterher ist man meistens schlauer“ sagt das Sprichwort, so auch hier. Ich kann mich selbst für meine Reaktion damals gut verstehen, war sie mit meinem damaligen Horizont als Kind einfach nur logisch und nahe liegend. Bis die Krankheit mein inneres Gebäude mit der Brechstange aufzuhebeln begann … doch wie bin ich überhaupt darauf gekommen?

Schon bevor ich die Diagnose hatte, ist mir aufgefallen, dass meine Innenwelt, also meine Gefühle, meine innere Haltung, meine Einstellung, mein Stressniveau, meine Empfindungen, meine innere Haltung zum Leben und zur Welt einen enormen Hebel auf das Schmerzniveau hatten.

Hatte ich zum Beispiel Stress wegen anstehenden Universitätsklausuren, so ging es mir schlechter, als zu Zeiten ohne großen Unistress. Wenn ich mich mit meinem Leben äußerst unzufrieden und unglücklich gezeigt habe, so sind die Schmerzen in die Höhe geschnellt. Habe ich die Schmerzen zugelassen, mich nicht in das Gedankenkarussell von „das leben ist ungerecht und das Schicksal sowieso“ eingelassen, so ging es mir besser. Ich habe die Gesetzmäßigkeiten also hautnah erfahren und erlebt.

Die Gesetze des Lebens sind keine Philosophie, Mathematik oder Wissenschaft, die isoliert und abseits des Lebens stattfinden. Eine Wissenschaft, die sich so definiert, ist es nicht wert in meinen Augen Wissenschaft genannt zu werden, da sie kein Wissen schafft. Wahre Wissenschaft und Weisheit ist das pure Leben selbst und lassen sich an jeder Stelle wieder finden, ja sie müssen sich sogar gezwungenermaßen überall finden lassen! Sonst wäre die Logik des Gesamtsystems wieder gestört … Wir Menschen sind nur winzige Getrieberäder in einem großen Rad, das nach Gesetzen läuft, denen es egal ist, ob wir sie kennen oder uns danach richten. Sie sind da. Und sie wirken. Wohl dem, der sie erkennt und zu seinen Gunsten anzuwenden weiß!

Diese Erlebnisse haben mich natürlich auf meinem Weg, der Krankheit „anders“ zu begegnen, enormen Rückenwind und der wagen Idee oder Hoffnung erste Erfahrung und Überzeugung verliehen.

Nächstes Kapitel: Was ist der Sinn des Lebens?