Mein chemischer Sachverstand und der Blick zurück in der Geschichte hat mir eines klar gelehrt: Wir wissen nur, dass wir nicht alles wissen. Was wir wissen, wächst stetig. Über 200 Jahre alte Entdeckungen lachen wir teilweise heute – andere versetzen uns in Staunen. Warum soll es nicht genau so in Sachen Erkenntnisgewinn weiter gehen? Neueste Entdeckungen, die heute unglaublich und wunderbar erscheinen, werden in 100 Jahren vermutlich wieder müde belächelt oder gefeiert. Warum sollte das, was heute als unheilbar gilt, morgen nicht als heilbar gelten? Fest steht nur, dass Wissen sich weiter entwickeln wird. Stillstand ist Rückschritt, nur der Vogel, der mit den Flügeln schlägt, bleibt in der Luft.

Als Wissenschaftler hat man oft mit einer Art Chaos zu tun, das aber gar kein Chaos ist. Es erscheint nur als Chaos, weil wir die Gesetze dahinter nicht erfasst haben. Mit der Kenntnis der Gesetze wird das Chaos zu Ordnung und System. Genau so sehe ich auch das Leben und auch Krankheit. Ein augenscheinliches Chaos, hinter dem auch „nur“ eine Ordnung steht.

Wenn eine Person, die kein Mau-Mau oder UNO kennt, an einen Tisch gesetzt wird, wo dieses Kartenspiel gespielt wird, so wird sie zunächst nicht viel verstehen. Alle Spieler werfen Karten in die Mitte und am Ende hat eine Person gewonnen. Nach längerem zusehen kann man wiederkehrende Muster erkennen, wenn man sich unser Beobachter darum müht. Zahl folgt auf Zahl, Farbe folgt auf Farbe. Wer zuerst keine Karten mehr besitzt, hat gewonnen. Dies ist ein einfaches Beispiel für ein System, das rein empirisch durch Beobachtung erfassbar ist.

Ein weiteres Beispiel: Ein Labyrinth. Wenn ich mich als Mensch darin befinde und den Ausweg suche, kann dies je nach Größe und Komplexität eine sehr große Herausforderung sein. Meine Beobachtung in den Gängen machen zwischen all den Abzweigungen, Kurven, Sackgassen und Irrwegen keinen Sinn, ich kann keine Zusammenhänge erkennen und nur durch enorme Anstrengung und Konzentration kann ich den Weg heraus finden. Wenn ich von oben auf den Generalplan schauen kann, ist das Chaos schnell geklärt …

Das Leben stellt uns vor sehr komplexere Herausforderungen, die vernetzt sind und die nicht immer so leicht zu durchschauen sind. Die zu Grunde liegende Gesetzmäßigkeiten sind immer einfach, die Anwendung, erkennen und Vernetzung nicht immer.

Ein Vergleich zur Mathematik: Das Einmaleins. Multiplikation. Das fällt uns mit zwei einstelligen Zahlen noch relativ leicht. 3 x 6 ist 18. Das große Einmaleins wird schon schwieriger. 6 x 18 ist? Genau, 5 x 18 ist 90, schnell merken und nochmals 18 addieren ist 108. Oder 6 x 10 ist 60 und 6 x 8 ist 48. 60 + 48 ist 108. Viele Wege führen zum Ziel – doch wie sieht es aus in der Multiplikation von zwei Zahlen, die größer als 20 sind? Größer als 100? Richtig, die Mathematik mit ihren einfachen Grundgesetzen bleibt immer gleich, die nötige Rechenleistung, Kombinatorik und auch die Ansprüche an unseren Zwischenspeicher werden immer größer. Wenn wir noch weitere Rechenoperationen hinzu nehmen, wird das Bild noch deutlicher. Subtraktion, Division, Multiplikation und Addition – einzeln gesehen einfach nachvollziehbare Vorgänge. In der Kombination oder je nach Größe der Zahlen jedoch sehr schwierig … und die Mathematik hält noch wesentlich größere Herausforderungen bereit!

Mathematik kann man studieren, die Kunst sie in komplexen Bereichen anwenden zu können, ist nur speziell gebildeten Menschen vorbehalten. Kann oder muss man nun auch das Leben an einer Universität studieren? Was muss ich lernen, um die Gesetze des Lebens zu verstehen und leben zu lernen? Gegen Gesetze zu handeln, ist nicht nur aus juristischer Sicht eine unvorteilhafte Idee, für Natur- oder Schöpfungsgesetze gilt es ähnlich, in meinen Augen sogar in noch deutlich schärferer Form: Wo kein Richter, da kein Kläger und somit kann man vor irdischen Gesetzen ungeschoren davon kommen. Natur- oder Schöpfungsgesetze kennen kein verstecken oder verdecken, sie kennen nur Konsequenzen. Und diese Konsequenzen sind wir als Mensch auf dieser Erde nun einmal schutzlos ausgeliefert. Nur wer in ihrem Sinne handelt, kann nachhaltig davon profitieren. Wie ich in den Wald hinein rufe, so schallt es auch heraus. Was der Mensch säht, das wird er ernten.

Ich glaube nicht, dass ein spezielles Studium, Begabung oder Bildung zum Verständnis dieser Zusammenhänge notwendig ist. Die Natur kann dies nicht so vorgesehen haben, denn sie funktioniert an sich hervorragend ohne Google, Mensch oder Universität. Homo Sapiens erscheint mehr wie eine Krankheit mit dem Potential zur Selbstvernichtung als wie die Krone der Schöpfung, für die er sich stellenweise zu halten scheint.

Zurück zur Krankheit. Dr. Bruker (1910-2001) hat einst gesagt „Alle Krankheiten haben eine einheitliche Ursache: den Verstoß gegen die Schöpfungsgesetze“. Jede Disharmonie im komplex und sehr weise durchdachten System des menschlichen Körpers muss eine Auswirkung haben. Und die heißt im schlechten Falle offensichtlich „Krankheit“. Das Problem ist nicht die Krankheit, das Problem liegt tiefer. Ein Beispiel:

Ein Rauchmelder muss gefährlichen Rauch melden, um Leben zu retten. Wenn er Alarm schlägt, so gibt es drei Möglichkeiten:

1. Fehlalarm durch Staub oder Dampf

2. Batterie leer

3. Rauch, Lebensgefahr!

Niemand wird sich über einen echten Alarm beschweren, so kann er doch warnen und Leben retten! Betrachten wir Krankheit doch einmal so: Nicht als nervenden und störenden Ton, sondern als Rauchmelder, als Warnung mit Hintergrund. Das Problem ist nicht das nervige Piepen oder die Krankheit, das Problem und vor allem deren Ursache liegt tiefer. Und hier wird es erst richtig spannend und interessant. Ist die Batterie leer? Ist es nur Dampf oder Staub? Oder ist es echter Brandrauch? Wer sich weiterhin mit dem Piepen oder der Krankheit selbst aufhalten möchte, der kann das gerne tun, ich empfehle guten Schallschutz für die Ohren beziehungsweise eine gehörige Portion Ignoranz und Verdrängungspotential gegen den eigenen Körper. Beides ist im Falle eines Falles keine gute Idee, der Brandrauch erstickt nach wenigen Atemzügen, eine ernsthafte Krankheit wird einen dramatischen Lauf nehmen. Es muss aber nicht gleich eine Krankheit sein, auch Dinge, die wir gar nicht als solches empfinden, könne dazu führen. Nicht jedes Alarmsignal ist so laut tönend und unüberhörbar, wie ein Rauchmelder …

Seelische Verstimmungen zum Beispiel. Keine Dissonanz in einem hoch vernetzten System, wie der menschliche Körper es unzweifelhaft ist, kann ohne Folgen bleiben! Andernfalls wäre das System kein echtes System und müsste schon längst kollabiert sein. Unsere gesamte Innenwelt ist wie ein Rauchmelder, der manchmal Rauch meldet, manchmal aber auch nicht. Sie werden sagen, er meldet auch Fehlalarme oder die „Batterie“ ist leer – absolut richtig! Auch für die Fehlalarme gibt es eine Ursache – die Frage ist nur, ob ich sie erkennen kann und will …

Sie werden sich nun vielleicht sagen „Klingt alles logisch, aber was soll ich nun konkret damit in meinem Leben anfangen?“. Gute Frage! Ich kann es Ihnen nicht konkret beantworten. Was ich Ihnen sagen kann, ist das mir diese Überlegungen und der Glaube an Gesetzmäßigkeiten und Ordnung in der Schöpfung ein tragender Grundpfeiler auf meinem Weg durch das Leben ist. Ein Pfeiler, der mich stets auf dem Weg durch das Labyrinth und Chaos der Krankheit geholfen hat, nicht aufzugeben. Ich glaube nicht an „dummen Zufall“. Ich glaube nicht an Wunder. Sehr wohl glaube ich aber an die Willkür des Menschen und die daraus resultierenden unverständlichen und dummen Taten. Sehr wohl glaube ich an Dinge, die „wundersam“ erscheinen, aber am Ende des Tages nur Dinge sind, die ich (noch) nicht erfassen kann. Wunder, die Gesetze aushebeln, kann es nach meinen Vorstellungen von Logik und Gesetzen gar nicht geben.

Was ich Ihnen vermitteln möchte, ist ein Werkzeug, ein Gefühl, eine Ahnung, eine Idee. Mit diesen Informationen müssen Sie selbst Ihr Leben angreifen, betrachten, ordnen. Wir können uns alle nur gegenseitig inspirieren, informieren, helfen und stützen. Laufen muss jeder selbst. Ich bin sicher, ein jeder hat einen anderen Zugang zu diesen universellen Weisheiten, die auf Schöpfungsgesetze zurückzuführen sind. Mancher wird vielleicht sagen, mein Ansatz ist viel zu wissenschaftlich, logisch und vom Verstande aus geprägt, der Bauch sage doch schon klar, was recht und was falsch sei. Das mag gut möglich sein! Ich kann auch nur von mir sprechen, dies ist mein Weg, meine Art zu denken, Zusammenhänge zu entdecken und mein Weg auf der Suche nach Wissen, Wahrheit, Gesetzmäßigkeit. Seien Sie kritisch, hinterfragen und prüfen Sie, und noch viel wichtiger: Finden Sie Ihren eigenen Weg! Das Leben ist ein großartiges Geschenk und hält für jeden von uns großartige Möglichkeiten zur Gewinnung von Weisheit und Erkenntnissen bereit! Die Frage ist am Ende des Tages nur, ob ich sie erkennen will, oder ob ich lieber in meinem geschlossenen Horizont nach dem Motto „never change a running system“ möglichst jede Erkenntnis und Veränderung vermeiden will.

Nächstes Kapitel: Von der Theorie in die Praxis